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Wednesday, September 10, 2014

BUCH II - Kapitel XVII - Christian und Anastasia Fanfiction

Kapitel XVII
Feuer und Eis


Bestrebt, Anastasia zu sehen, und den Tag über nicht in der Lage gewesen zu sein, so viel mit ihr zu sprechen, wie ich gerne möchte, werde ich nervös. Ich versuche, mein Workout schnell zu beenden. Seitdem ich Anastasia getroffen habe, kreisen meine Gedanken unaufhörlich um sie. Mein Kontrollsucht hat eine neue Dimension angenommen. 

(Every Breath You Take by Sting & The Police) 

Während ich dem freistehenden Kickbox-Dummy die Seele aus dem Leib prügele, läuft Taylor in Höchstgeschwindigkeit auf dem Laufband. Dieser Mann kann selbst einen Windhund überholen! Er verfügt über das lebenslange Training und die Ausdauer. Aber zudem hält er sein Black-Ops Training so hoch wie möglich. Er schafft 19 Kilometer in achtunddreißig Minuten und fünfundvierzig Sekunden und das auch noch mit fast fünfundzwanzig Kilogramm Ausrüstung auf dem Rücken. An Taylor beeindruckt mich nicht nur seine individuelle physische Ausdauer, die man von einem Mann des Militärs wie ihm erwarten kann, sondern wie viel er auf sich nimmt und dennoch weitermacht. Er weiß nicht, wann er aufhören muss. Das ist etwas, was ich verstehe, da ich ebenfalls nicht der Typ bin, der aufgibt. Es ist etwas Gutes, weil ich mich sowieso nicht mit Versagern abgebe.


Taylor ist ein zuverlässiger Angestellter und ich vertraue ihm bedingungslos, genau genommen würde ich ihm sogar mein Leben anvertrauen. Er hat mich in einigen sehr kompromittierenden Positionen gesehen. Nicht, dass es mich gestört hätte; ich habe ihn wegen seinen Fähigkeiten eingestellt. Er war immer sehr professionell und er wusste stets, wie er es schafft, sich rar zu machen, wenn es nötig war. Und wenn er mich doch einmal dabei gesehen hat, wie ich eine gefesselte Sub, ausgestreckt auf der Frühstückstheke, versohlt habe oder er mich wegen einem dringenden, Es-kann-nicht-warten-bis-Grey-seinen-Fick-beendet-hat-Notfall unterbrechen musste, hat er es immer geschafft, seine professionelle Miene zu wahren und die Verbindung zu unterbrechen – kein Wortspiel beabsichtigt. Obwohl sein Blick nie auf mir geruht hat, kam er trotzdem und hat mich über eine anstehende Aufgabe unterrichtet. Es war mir egal, auf welche Weise er mich unterbrochen hat, oder mit wem. Aber das hat sich geändert seit Anastasia in mein Leben getreten ist. Ich möchte nicht, dass sie irgendjemand nackt sieht oder in den Höhen ihrer Lust; das ist allein meinen Augen vorbehalten. 

(For Your Eyes Only by Sheena Easton)


Ich habe Taylor mehr als deutlich gemacht, dass er mich nicht stören darf, wenn Anastasia und ich in unserem Privatsbereich sind. Er muss es auf andere Art und Weise tun. Es ist ihm unter keinen Umständen gestattet, sie nackt zu sehen. Ich muss Anastasia geliebt haben, seitdem ich sie das erste Mal getroffen habe, da ich Taylor diese Regel noch nie zuvor auferlegt habe. Niemals! Anastasia ist das erste Mädchen, mit dem ich Händchen gehalten habe. Sie weiß nichts davon, weil ich es ihr noch nie erzählt habe. Körperlichen Kontakt habe ich um jeden Preis vermieden. Anastasia war immer so kostbar für mich. Egal wie pervers, wie rau und wie sinnlich unser Techtelmechtel wurde; mit Anastasia war es immer ein Liebesspiel. Nur in der Vergangenheit habe ich gefickt. Ich hatte nie zuvor eine emotionale Verbindung zu einer Frau. Diese Vorstellung war mir zuwider. Ich habe nie jemanden verfolgt, der nicht diesen Dom/Sub Lifestyle geführt hat. Ich wollte sie nicht unterrichten. Ich habe von allen Subs erwartet, dass sie wussten, was sie tun und ich habe erwartet, dass sie die entsprechende Ausdauer für die perverse Scheiße, die ich mit ihnen vorhatte, zeigen würden. Schwächlinge oder eine Sub, die nach fünfzehn Minuten Versohlen das Safeword „rot“ benutzt, wären nichts für mich gewesen! Ich hätte sie in dem Moment, in dem ich ihre Handschellen gelöst hätte, aus der Tür geworfen und ihnen lediglich ihre Klamotten in die Hand gedrückt. Und jetzt ist es mir egal, dass Anastasia das Versohlen und die extreme Scheiße, die ich früher genossen habe, hasst. Ich wollte diese Sachen mit Anastasia machen, sie mit ihr genießen, aber in dem Moment, in dem sie mich verlassen hat; sind all diese Gefühle verschwunden, wie weggeweht. Ich wollte mehr mit ihr, nicht nur die perverse Scheiße. Ich konnte nicht atmen und zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mich schuldig gefühlt, weil ich sie an ihr ausüben wollte! Ich habe mich selbst verabscheut, weil sie das Versohlen hasst. Anastasia besitzt sowohl meinen Körper, als auch meine Seele. Sie ist anders, als alle anderen! Ein kurzes Lächeln von ihr bringt einen Mann in den Himmel und wenn sie mir die kalte Schulter zeigen würde, dann würde ich Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um das zu ändern. Ich kann mir eine Welt, in der sie nicht existiert, nicht vorstellen. Ich könnte nicht existieren! Nicht ohne sie!
Selbst Taylor ist von ihr angetan, und wenn ich nicht wüsste, dass er in Mrs. Jones verliebt ist, wäre ich eifersüchtig und ich würde ihn feuern, obwohl er mein bester Angestellter ist. Obwohl ich weiß, dass seine Gefühle Anastasia gegenüber, etwa den meinen für meine Schwester gleichen, kann ich meine Eifersucht nicht abstellen, vor allem wenn Anastasia ihm gegenüber jegliches Interesse zeigt, sei es auch nur, weil sie ihn als eine Art „Onkel“ sieht. Dieser Gedanke bringt mich dazu, sehr hart auf den Dummy einzuschlagen, sodass er sich fast bis auf den Boden biegt und einige Male heftig zurückschlägt. Taylor wirft mir einen Blick zu, während er weiterläuft. Ich mache mich auf den Weg zu einem der Laufbänder, stelle meine Steigung ein und beschleunige, bevor ich anfange, zu rennen. Taylors Blackberry muss vibriert haben, da er gekonnt vom Laufband abspringt, obwohl er gerade noch Höchstgeschwindigkeit gelaufen ist.
„Taylor“, meldet er sich und sein Blick huscht zu mir. Augenblicklich springe ich vom Laufband.
„Welch“, formt er mit den Lippen und ich strecke ihm meine Hand entgegen, um das Telefon zu übernehmen.
„Grey hier. Was ist los?“ sage ich besorgt. Nachdem Anastasia darauf bestanden hat, mit ihrem Boss nach New York zu fliegen, habe ich Welch beauftragt, ein bisschen genauer über Jack Hyde nachzuforschen.
„Mr. Grey, ich habe versucht, Sie auf ihrem Telefon zu erreichen, Sir, aber da sie nicht rangegangen sind, habe ich Taylor angerufen.“


„Jetzt bin ich ja am Apparat. Was haben Sie herausgefunden?“ frage ich ungeduldig.
„Ich werde Ihnen in Kürze die Hintergrundinformationen per E-Mail schicken, Sir, aber ich wollte Ihnen von meinen Befragungen der früheren Assistentinnen von Mr. Hyde berichten. Jack Hyde hatte in den letzten fünfzehn Monaten sieben Assistentinnen. Miss Steele ist die achte Assistentin, die er in dieser kurzen Zeit hatte.“ Ich erschaudere, aber ich war mir dieser Information bereits bewusst.
„Ja, ich war mir dessen bereits bewusst. Welche Neuigkeiten haben Sie herausgefunden?“
„Sir, ich habe all diese jungen Damen selber befragt. Ich habe es geschafft, fünf von ihnen zu befragen und es gab einige Übereinstimmungen. Sie sind alle jung; Anfang zwanzig, haben gerade ihr Studium beendet oder arbeiten erst wenige Jahre. Die Assistentin, die am längsten für ihn gearbeitet hat, war drei Monate dort. Bei den anderen war es noch weniger. Das hat mein Interesse geweckt und als ich sie beiläufig interviewt und sie sie befragt habe, war keine von ihnen zuvorkommend. Sie alle hatten dieses vorbereitete Bild von Jack Hyde und die Antworten waren fast wortgetreu, Sir.“
„Wie haben Sie sich vorgestellt?“
„Ich habe ihnen erzählt, dass Jack Hyde vor einer möglichen Beförderung im Unternehmen steht und wir herausfinden wollen, ob er in der Lage ist, eine größere Zahl Angestellter zu leiten, da er einige Assistentinnen hatte, die er nicht halten konnte. Wir wollen den Drehtüreffekt in der Fima vermeiden. War es schwierig, mit ihm zu arbeiten? Was war das schwierigste daran für ihn zu arbeiten? Warum sie glauben, warum er seine Assistentinnen so oft gewechselt hat? War es einfach mit ihm zu arbeiten?“
„Interessant. Was haben sie gesagt?“
„Dasselbe, Sir. Ja, ihr Boss war anspruchsvoll; er hat von seinen Assistentinnen Perfektion erwartet. Aber er war der beste Chef, den man sich vorstellen konnte. Er war professionell … Es war alles vorbereitet. Ich habe ihnen zyklische Fragen gestellt. Wenn Mr. Hyde doch der beste Chef war, warum wurden sie dann nicht fest bei SIP eigestellt? Warum haben sie von Jack Hyde keine Empfehlungen bekommen? Einigen wurde bei diesen Fragen ziemlich unbehaglich zu Mute. Einige arbeiten nicht mal mehr in der Verlagsbranche, obwohl sie ihr Literaturstudium beendet haben. Aber was sie nicht gesagt,  sondern mittels ihrer Körpersprache ausgedrückt haben, war am interessantesten, Sir“, sagt er. Ich bin ganz aufmerksam.
„Was haben Sie festgestellt?“ sage ich leise, fast schon bedrohend.
„Sir, sie haben die Kampf-oder-Flucht-Reaktion gezeigt. Sie waren gestresst. Alle fünf haben mich angespannt angelächelt, als sie gesagt haben, dass ihr Chef ein wundervoller Mann ist. Ihre Augen waren geweitet; sie hatten ihren Fuß gleichzeitig auf dem Gas und der Bremse, Sir.“
„Erklären Sie mir das“, sage ich.
„Also gut, Sir. Wenn sie den Fuß nur auf dem Gas gehabt hätten, wären sie nur wütend oder fahrig gewesen. Das ist die erhitzte, überaus emotionale, angespannte und unruhige Art der Antwort. Und dann ist der Fuß auch noch gleichzeitig auf der Bremse, wenn der Befragte verschlossen ist. Sie machen dicht oder sperren sich aus, oder zeigen kaum Emotionen. Aber wenn sie beides zeigen, ist es die schlimmste Art der Reaktion. Sie verkrampfen sich und frieren zu. Sie sind wie gelähmt, aber an ihrem Blick konnte ich sehen, wie extrem aufgewühlt sie sind. Sie haben ihre Hände so sehr zu Fäusten geballt, dass die Knöchel weiß hervorgetreten sind, sie kreidebleich wurden, ihre Pupillen sich geweitet haben, ihre Atmung beschleunigte und das alles  wurde von einem Armeverschränken verstärkt.“ Dann räuspert er sich.
„Sir, zudem haben sie alle körperlichen Zeichen des Lügens gezeigt. Diese simple Frage habe ich gestellt: ‚Was für ein Chef war Jack Hyde?‘ Die physische Reaktion von allen war identisch. Jede von ihnen hat schwer geschluckt, bevor sie begonnen haben, zu sprechen und die Intonation ihrer Worte hat sich verändert. Ein falsches Lächeln hat sich auf ihrem Gesicht abgezeichnet und ihre Gesten haben nicht zu ihren Worten gepasst.“ Dann höre ich das Rascheln von Papier, als würde Welch nach etwas suchen.
„Ah, ja“, sagt er und räuspert sich erneut, als würde er gleich etwas sehr wichtiges offenlegen. „Assistentin Nummer 3, Victoria, hat heftig ihre Stirn gerunzelt, als sie mir erzählt hat, welch Freude es ihr bereitet hat, für Jack Hyde zu antworten. Wie kann es ihr Freude bereitet haben, wenn ihre Miene so aussieht, als würde sie gerade etwas Ekelhaftes herunterschlucken müssen, und sie versucht, es wieder hoch zu würgen! Gesten sind mechanisch, Sir. Die Zunge lügt vielleicht, aber es bedarf eines erfahrenen Schauspielers, die gesprochenen Worte den Gesten anzupassen. Diese Mädchen hatten eindeutig nicht die Erfahrung. Es war so, als würde man einem schlechten Schauspieler zusehen!“
Ich gehe hin und her.
„Haben Sie sie die Hauptfrage gestellt, die ich wissen wollte?“ frage ich mit kalter, kontrollierter Stimme.
„Ja, Sir“, sagt er feierlich und der Ton bestätigt meine Ängste.
„Und?“
„Nur drei von ihnen sind mit Hyde auf eine Konferenz gefahren, Sir.“ Er betont das Wort ‚Konferenz‘ wie ein Schimpfwort.
„Was ist passiert?“
„Ich spreche jetzt von Victoria. Sie war die erste, die mit ihm zu einer Konferenz gefahren ist. ‚Wie war die Konferenz? Was haben sie und ihr Chef außerhalb der Konferenz gemacht?‘ habe ich gefragt.” Er hält inne.
„Wie lautete ihre Antwort?“ frage ich ungeduldig.
„Sie sah abgelenkt aus, so als würde sie versuchen so zu tun, als hätte sie die Frage nicht verstanden, um einer schlechten Erinnerung zu entfliehen. Sie hat zu schwitzen begonnen wie ein Wrestler. Es war eindeutig, dass sie beunruhigt war. Eine solche Menge Schweiß von so einem kleinen Mädchen! Dann hat sie begonnen, ihren Körper zu halten, als würde sie ihn vor jemandem schützen. Ihre Augen waren verwirrt. Sie hat mir nie direkt in die Augen gesehen; ist meinem prüfenden Blick ausgewichen, ihre Atmung wurde rasant, im Versuch sich selbst zu kontrollieren. Ihre Stimmlage wurde zudem auch höher. Schließlich hat sie folgende Worte herausgebracht, ‚Was meinen Sie?’“
„Das bedeutet aber nicht, dass sie lügt.“
„Sir, die Stimmbänder ziehen sich unter Stress zusammen. Sie ist mir nicht ausgewichen. Ich habe keine Bedrohung für sie dargestellt. Sie hat diese Reaktionen nur gezeigt, wenn sie mir falsche Informationen über ihren früheren Chef gegeben hat. Sie saß ganz gekrümmt da. Sie hatte immer die Tür im Blick, als würde sie jeden Moment davonlaufen. Sie ist rot angelaufen. Die letzte Frage, die ich ihr gestellt habe, lautete, ‚Haben Sie mir über Ihren früheren Chef die Wahrheit erzählt?‘ Die schlichte Antwort darauf wäre normalerweise, ‚Ja‘ oder ‚Natürlich‘ oder ‚Sicherlich‘ oder auch ‚Ja, tue ich‘. Sie wissen, was sie gesagt haben, ‚Falsch zu sein, ist das schlimmste, was man tun kann.‘ Nur Victoria war anders  … sie sagte, ‚Lügen ist eine ehrlose Handlung.‘“
„Nicht jeder antwortet mit nur einem oder zwei Worten, Welch. Wie können Sie daraus ohne Zweifel schließen, dass sie gelogen haben?“
„Sir, bitte bringen Sie mir ein bisschen Vertrauen entgegen. Meine Ausbildung beinhaltete auch körperliche Zeichen des Lügens. 21-25- Jährige Mädchen zu befragen, ist eine meiner leichtesten Übungen. Ich habe Beamte, Politiker und Spitzel befragt, die darauf trainiert sind, ihre physischen Reaktionen ihren Worten anzupassen. Das ist eine sehr simple Aufgabe.“
„Welch, ich kenne ihre Vita nur allzu genau! Um was ich sie bitte, ist ganz einfach. Ich möchte absolut sicher sein, ohne jeden Zweifel, dass sie wirklich lügen. Können Sie Ihre Annahmen beweisen? Wie unterstützen sie ihre Behauptung?“ frage ich mit fordernder Stimme.
„Ein Lügner antwortet normalerweise auf eine Frage, in dem er sie mit leerer Stimme entpersönlicht. Viele der Mädchen haben mich gebeten, die Frage zu wiederholen; und das ist typisch, da sie so ihre Antwort hinauszögern können. Victoria fragte ‚Wie können Sie so etwas fragen?‘, was ebenfalls darauf schließen lässt, dass sie ihre Antwort hinauszögert. Ich habe sie nicht nur anhand einer Antwort beurteilt. Individuell betrachtet, ist es von nicht so großer Bedeutung. Aber kollektives Verhalten und kollektive Antworten sprechen für sich. Sie verheimlichen irgendetwas und das tun sie alle.“
„Warum sollten sie etwas für ihn verheimlichen?“
„Ich schätze es ist Angst. Sie haben etwas zu verlieren. Mr. Hyde hat etwas gegen sie in der Hand. Ich weiß nicht, was es ist. Aber diese Mädchen hatten eindeutig Angst vor ihm, obwohl ihre Worte anderes vorgegeben haben.“
„War es das soweit?“
„Ja, erst einmal“, antwortet er.
„Okay, lassen Sie mich wissen, wenn Sie mehr herausfinden“, sage ich und lege auf.
Ich gehe auf und ab und atme wütend durch die Nase, wie ein provozierter Bulle während eines Kampfes. Taylor räuspert sich.
„Sir, wir sollten duschen gehen und uns dann auf den Weg zu SIP machen. Ich bin mir sicher, dass wir dort auf Miss Steele warten können“, sagt er und liest beinahe meine Gedanken. Dort bin ich ihr wenigstens nah und mache mir nicht so viele Sorgen wie hier. Ich kann mit Besorgnis nicht umgehen. Ich muss diesen Scheißkerl feuern, ohne dass er sich bei Anastasia unbeliebt macht. Ohnehin sammele ich ja Informationen über ihn und gebe sie an Roach weiter. Es gibt genügend, um ihn zu feuern. Das einzige, was mich jetzt noch zurückhält, ist Anastasias Reaktion. Wir werden sehen. Heute Abend werde ich ihre Reaktion abwägen und diese letzte Information wird vielleicht das Zünglein an der Waage sein. Ich möchte diesen Scheißkerl nicht in der Nähe meiner Frau wissen! Er ist ein Aufreißer. Ich möchte diesem Kerl am liebsten die Seele aus dem Leib prügeln! Ich koche vor Wut.
Ich wende mich Taylor zu, „In Ordnung, erst gehen wir duschen und dann brechen wir auf“, und er nickt feierlich.


*****
Taylor parkt den SUV vorm SIP Gebäude. Es befindet sich im innerstädtischen Geschäftsviertel. Eines der renovierten Gebäude sieht aus wie neu. Natürlich verleihen Glasfenster einen Hauch Moderne. Der U-förmige Eingangsbereich verfügt über einen breiten Fußweg, mit ordentlich eingefasstem Blumenbeet auf jeder Seite und unter einem weiten Säulenvorbau, welches ein Relikt des Originalgebäudes ist. Dieser führt zu einem großen in Glas gehaltenen Eingangsbereich, der natürlich über automatisierte Glasschiebetüren verfügt. Als Anastasia mir erzählt hat, dass sie hier einen Job hat, habe ich Taylor beauftragt, die Sicherheitsleute auszukundschaften. Man ist nicht einfach Christian Grey und macht sich auf seinem Weg keine Feinde. Der klägliche Sicherheitsdienst im Gebäude hat mir Sorgen bereitet. Es gibt nicht genügend Kameras, die die entscheidenden Eingänge abdecken und es ist ziemlich einfach, in das Gebäude zu kommen, selbst wenn man nicht wegen irgendwelcher Geschäfte hier ist. Das ist etwas, was ich so schnell wie möglich ändern werde, wenn das Redeverbot aufgehoben ist. In der Nähe befindet sich ein italienischer Deli, eine Saftbar, ein Souvenirshop für Touristen und einige Klamottenläden. Eine Haltestelle befindet sich zudem auch in unmittelbarer Nähe.

Wir warten direkt vor dem Gebäude und haben den Fußweg vor den doppelten Schiebetüren direkt im Blick. Ich blicke auf meine Uhr. Es ist jetzt 18:30 Uhr und sie ist immer noch nicht herausgekommen. Soll ich hineingehen und sie holen? Ich gebe ihr fünf Minuten, bevor ich hereingehe. Seitdem Anastasia in meinem Leben ist, ertappe ich mich ständig dabei, dass ich mir Sorgen darüber mache, was sie sagen oder denken könnte. Ich sitze auf glühenden Kohlen! Ich  beginne die Zeit herunterzuzählen: Vier Minuten und neununddreißig Sekunden … Meine Augen heften an der Tür. Drei Minuten und elf Sekunden … Keine Bewegung. Ich winde mich auf meinem Sitz und Taylors Blickt begegnet meinem kurz im Rückspiegel. Zwei Minuten und acht Sekunden, meine Hand liegt bereits auf der Tür. Vierundfünfzig Sekunden und die Schiebetüren öffnen sich. Anastasia kommt aus dem Gebäude gerannt, als würde sie von den Höllenhunden gejagt werden! Was zum Teufel ist passiert? Als sie die Mitte des Fußweges erreicht, geht ihr die Luft auf. Sie wirft ihren Kopf in den Nacken, als würde sie nicht genug Luft bekommen und sinkt auf den Boden! Es ist wie in einem Albtraum! Mein Herz setzt zunächst aus, als ich mich daran erinnere, wie Leila in ihrem Apartment eine Waffe auf sie gehalten hat. Dann fängt es plötzlich so schnell an zu schlagen, als würde es hundert Meilen in der Stunde zurücklegen wollen. Das Adrenalin strömt durch meinen Körper, ich reiße die Tür auf und gleichzeitig springen Taylor und ich aus dem SUV und in Höchstgeschwindigkeit auf sie zu! Als ich sie erreiche, knie ich mich neben sie auf den Boden und nehme sie in meine Arme. Meine Hände untersuchen sie nach Verletzungen … nach Blut … Oh Gott! Was oder wer hat sie verletzt? Ist sie einfach nur überwältigt vom Scheiß des letzten Tages? Hat sie gerade erst realisiert, dass sie es nicht ertragen kann? Ist sie krank? Oder ist wirklich etwas passiert?

„Ana, Baby, was ist los?“ frage ich sie leidenschaftlich und versuche herauszufinden, was körperlich nicht mit ihr stimmt. Sie wird mir nicht antworten! „Was ist los, Ana?“ frage ich in flehendem Ton. Sie sitzt auf meinem Schoß; ich halte ihr Gesicht, sodass sie gezwungen ist, zu mir aufzublicken und suche ihr Gesicht nach Hinweisen ab. Sprich mit mir, Baby! Ich sterbe hier! Ist sie verletzt, tut ihr etwas weh? Sie hängt schlaff in meinen Armen und ist kurz davor, das Bewusstsein zu verlieren! Ich bin alarmiert und betäubt. Was ist los mit ihr? Bitte, werd jetzt nicht bewusstlos, Baby!



Ich fasse ihre Schultern und schüttele sie, damit sie nicht das Bewusstsein verliert. Muss ich sie ins Krankenhaus bringen? „Baby, was ist los? Sprich mit mir?! Bist du krank?” Ihre Augen rollen weg, als müsse sie sich übergeben. Mit einem Arm halte ich ihren Rücken und benutze meine andere Hand, um sie dazu zu bringen, mich anzusehen. „Ana, sprich mit mir, Baby. Was ist los mit dir?“ Sie versucht sich auf mein Gesicht zu fokussieren, blinzelt einige Male, als ob sie sich selbst zwingen müsste, konzentriert zu bleiben. Mein Herz schlägt mir bis zum Hals, die Angst ergreift mich. Ich weiß nicht, was mit meiner Freundin los ist! Millionen verschiedene schreckliche Ängste gehen mir durch den Kopf und keiner davon ist willkommen. Sie öffnet ihren Mund und leise entweicht das Wort „Jack“ ihren Lippen.



Ich verkrampfe mich, als sich meine vorherige Wut verstärkt, mich erschüttert und sich in mörderischen Zorn verwandelt. Ich spüre, dass Taylor ebenfalls so empfindet. Ich hebe meinen Kopf, um ihn anzusehen. Als er den glühend heißen Zorn in meinen Augen sieht, weiß er, was zu tun ist und verschwindet wie ein Geist im SIP Gebäude.

Mein Körper vibriert vor bösartiger, gnadenloser Gewalt. Was hat dieses Arschloch Ana angetan? Hat er sie vergewaltigt? Hat er sie gefickt? Hat er sie angefasst? Wenn er ihr auch nur in irgendeiner Form Schaden zugefügt hat, werde ich diesen Bastard verdammt noch mal umbringen! Während ich sie noch fester in meine Arme schließe, wiege ich sie sanft hin und her, um sie zu beruhigen. „Scheiße! Scheiße! Scheiße! Ana, sag es mir. Was hat dieses Arschloch dir angetan?” Ich werde noch wahnsinnig! Der Gedanke, dass dieser Arsch gewaltsam in Ana eingedrungen ist, lässt mir die Galle hochsteigen und ich kann mich kaum noch beherrschen. Ich muss es herausfinden! Anastasias Reaktion ist einem Nervenzusammenbruch nahe. Sie fängt an zu kichern. „Das Problem ist wohl eher, was ich mit ihm gemacht habe“, sagt sie und kichert nervös.

„Ana! Hat Jack dich angefasst?“ sage ich mit klarer, bedrohlicher Stimme.

„Nur ein einziges Mal“, flüstert sie.

Der Wahnsinn strömt durch meine Adern. Eine Million Megawatt Strom wären zu wenig, um zu beschreiben, wie ich mich im Moment fühle! Mein gesamter Körper ist angespannt. Das Wissen, dass dieser verdammte Bastard meine Frau angefasst hat, fühlt sich an, als hätte jemand glühende Asche in meinen Mund gestopft und versucht, diese mit Salpetersäure herunter zu spülen! Meine Innereien sind verdreht und das wilde Tier, das ich so sorgsam gezähmt habe, ist wieder da! Dafür werden Köpfe rollen! Ich werde ihn dazu bringen, sich mit seinem eigenen Schwanz zu ficken, sollte er jemals wieder versuchen, ihn einer Frau hineinzuschieben!

„Wo ist dieser verdammte Bastard, Ana?“ frage ich drohend. Ich höre Schreie und kann Taylors Stimme darunter ausmachen.

„Sie werden Miss Steele nie wieder anfassen!“

Ich werde ihm die Seele aus dem Leib prügeln. Jetzt, wo ich weiß, dass es Ana körperlich gut geht, werde ich diesem Hurensohn eine Abreibung verpassen! „Ana, kannst du stehen?“ frage ich, während ich mich mit einer schnellen Bewegung erhebe und stelle sie auf ihre Füße. Sie nickt.

„Gut“, sage ich und drehe mich zum SIP Gebäude um.

„Geh nicht rein. Bitte nicht, Christian“, fleht sie mich verängstigt an.

„Anastasia, steig  in den Wagen“, blaffe ich sie bedrohlich an.

Sie klammert sich mit aller Kraft an meinen Arm … „Geh nicht, Christian, nein!“

Ich ziehe meinen Arm aus ihrer Umklammerung, zeige mit meinem Finger in Richtung des Autos und schreie sie an. „Ich habe, Gott verdammt noch mal, gesagt, dass du in den verdammten Wagen einsteigen sollst, Anastasia!“ Kannst du mir wenigstens einmal zuhören!

„Christian, bitte, geh nicht! Lass mich hier nicht allein“, fleht sie. Die Wut pulsiert durch meinen ganzen Körper. Ich kann mich kaum noch beherrschen. Heute Morgen habe ich ihr gesagt, sie soll nicht auf Arbeit gehen. Ich habe sie gebeten, nein eigentlich sogar angefleht, dass sie bleibt. Aber nein, sie musste ja gehen. Ich habe ihr gesagt, dass ich mich um sie kümmere. Nein, sie muss sich ja ihren Lebensunterhalt verdienen! Ich habe sie gebeten, mich zu heiraten, sodass ich mich um sie kümmern und sie beschützen und sie lieben kann. Aber nein, sie muss darüber nachdenken. Und jetzt will sie nicht, dass ich hinein gehe! Ich bin eine verdammte Zeitbombe, die bereit ist, zu explodieren! Sie wird mich noch ins Grab bringen! Noch bevor ich 40 werde, werde ich an einem Herzinfarkt sterben, weil ich mir immer Sorgen um sie mache und sie mir nie gehorcht, immer das macht, was sie will! Verzweiflung durchströmt mich und ich fahre mir mit beiden Händen durchs Haar, versuche mich am Riemen zu reißen, versuche die Kontrolle über meine körperlichen Reaktionen zurückzuerlangen.

Aus dem Gebäude dringen Schreie, Rufe und laute Kampfgeräusche, doch plötzlich hört der Krach auf. Ich mache mir Sorgen um Taylor und nehme meinen Blackberry heraus.

„Christian,  Jack Hyde hat meine Mails gelesen“, stößt sie hervor.

„Was hast du gesagt?“ sage ich mit verstärkter Bedrohung.

„Er hat meine Mails an dich abgefangen und er wollte wissen, wo deine Mails an mich
abgeblieben sind. Er hat versucht, mich zu erpressen.“

Ich werde diesen Scheißkerl nicht umbringen! Nein … Ich werde ihm die Seele aus dem Leib prügeln und werde ihn gerade so am Leben lassen! Der Tod ist zu gut für ihn … zu zügig. Zu schmerzlos. Ich werde ihn zerstören, sodass er sich jeden Tag daran erinnert, was er mir versucht hat wegzunehmen und mit wem er sich anlegen wollte! Und Anastasia! Ich bin so scheiße wütend auf dich im Moment! Ich habe dir immer und immer wieder gesagt, dass du nicht deine betriebliche Mail Adresse benutzen sollst. Und sie hört verdammt noch mal nicht auf mich! Um Himmels Willen! Du nimmst mir all die Kontrolle in meinem beschissenen Leben!

„Scheißkerl!“ fluche ich leise und mit bedrohlich, grimmiger Stimme. Reiß dich zusammen … reiß dich zusammen … reiß dich zusammen. Als das Zittern ein klein wenig nachlässt, drücke ich die Kurzwahltaste #3, um Barney anzurufen.

„Grey hier. Barney, Sie müssen sofort auf den SIP-Hauptserver zugreifen und sämtliche Mails löschen, die Anastasia Steele an mich geschickt hat. Wenn Sie irgendwelche Nachrichten von mir an sie auf dem Server finden, dann löschen Sie diese auch. Dann checken Sie sämtliche File-Ordner von Jack Hyde, ob sie dort irgendwo gespeichert sind. Wenn ja, löschen Sie sie ebenfalls.“

„Alle, Sir?“

 „Jede einzelne Nachricht. Jetzt gleich! Und Barney, rufen Sie mich an, wenn Sie fertig sind!“

„Bin schon dabei, Sir!“ sagt er und ich lege auf. Sofort danach rufe ich Roach auf seinem privaten Mobiltelefon an.

„Roach“, antwortet er professionell und dennoch besorgt.

„Grey hier. Hyde – ich will ihn weg haben. Auf der Stelle.“

„Was? W … w … wann?“ sagt er und stolpert über seine Worte.

„Jetzt, verdammt noch mal! Ich will, dass Sie den verdammten Sicherheitsdienst anrufen und sorgen Sie dafür, dass er augenblicklich seinen Schreibtisch räumt.“

„Aber Mr. Grey. Sie sagen jetzt sofort? Was ist der Grund dafür?“ Zorn rauscht durch meinen gesamten Körper und konzentriert sich auf meiner Zunge. Ich teile aus.

„Sie haben alles, was Sie brauchen, um ihn vor die Tür zu setzen und ihm zum Abschied ein Kündigungsschreiben zu schenken. Ich möchte, dass Sie ihn augenblicklich über sein vorzeitiges Ausscheiden informieren oder ich werde dieses Unternehmen bis morgen früh um 8:00 Uhr aufgelöst haben! Sie haben die angemessene Begründung für seine Kündigung! Ich vertraue darauf, dass Sie tun, worum ich Sie gebeten habe!“ Ich unterstreiche genau, was passieren wird, wenn er es nicht tut.

„Mr. Grey, natürlich verstehe ich den Ernst ihrer Besorgnis. Ich werde den Sicherheitsdienst sofort anrufen und Mr. Hyde aus dem Gebäude geleiten lassen. Er wird darüber informiert werden, dass seine Dienste bei SIP wegen seiner unprofessionellen Haltung nicht länger benötigt werden.“

„Gut“, sage ich und lege auf.

Anastasia steht perplex da, zutiefst verängstigt und zitternd. Sie würde das Spanking ihres Lebens bekommen, wenn ich mir nicht selbst versprochen hätte, Versohlen nicht als Bestrafung anzuwenden und ich nicht krank vor Sorge wegen ihr wäre!

„Benutz deinen Blackberry!“ zische ich ihr zu und der Zorn pulsiert durch jede einzelne Pore meines Körpers.

„Christian, bitte sei nicht sauer auf mich“, fleht sie. Aber Zorn beschreibt noch nicht einmal annähernd, wie ich mich gerade fühle. Tödlicher Zorn kommt dem vielleicht näher.

„Ich bin stinksauer auf dich. Ich tobe vor Wut. Steig jetzt in den Wagen“,  knurre ich sie an und zeige zum SUV.

„Bitte  …“, bettelt sie und streckt mir ihre Hand entgegen.

„Verdammt, Anastasia! Steig endlich in diesen verdammten Wagen, sonst sorge ich persönlich dafür, dass du es tust und es wird dir nicht gefallen!“ fauche ich und meine Augen funkeln vor Zorn.

Sie hebt ihre zitternden Hände hoch und ein besorgter Ausdruck zeichnet sich auf ihrem Gesicht ab. Sie hat Angst und kommt mir nicht zu nahe. „Bitte, Christian! Mach keine Dummheiten“, fleht sie.

Die Wut kocht in mir hoch, wie die Lava im Vesuv. Ihre Worte reißen meine Wunde erneut auf! Warum streust du mir nicht gleich Salz in meine Wunde?

„DUMMHEITEN?“, schreie ich und richte meine ganze Raserei auf sie. „Ich habe dir gesagt, du sollst diesen beschissenen BlackBerry benutzen. Aber du tust es nicht. Und jetzt wagst du es, mir etwas von Dummheiten zu erzählen? Und steig endlich in diesen verfickten Wagen, Anastasia!” Sie steht wie erstarrt da. „JETZT!” schreie ich. Sie springt vor Angst.

„Okay. Aber bitte sei vorsichtig, Christian. Bitte”, bettelt sie. Meine Augen ruhen auf ihr, meine Lippen sind fest zusammengepresst. Mein Blick ist zugleich hitzig und frostig. Ich bin so wütend. Ich möchte nicht einmal zwei Worte aneinander reihen, um zu verhindern, dass ich irgendetwas sage, dass ich bereuen werde. Ich zeige einfach auf den SUV, damit sie einsteigt!

Sie sieht mich mit flehendem Blick an. „Christian, bitte sei vorsichtig. Bitte …“ Sie sieht mich besorgt an. „Wenn dir irgendetwas passiert, werde ich sterben. Ich kann ohne dich nicht leben”, sagt sie und raubt mir den Atem. Ist das nicht eigentlich meine eigene Befürchtung? Dass ihr etwas passieren würde und ich sie verliere … Als ich meine eigene Befürchtung, meine persönlichen Dämonen in ihren Augen reflektiert sehe, merke ich, wie sich mein Herzschlag beruhigt und meine Wut nachlässt, sich kurz in Liebe im Sturmzentrum verwandelt. „Ich werde vorsichtig sein“, sage ich, atme tief ein und Anastasia bemerkt meine ruhigere Haltung. Sie öffnet die Beifahrertür und mit einem weiteren besorgten Blick steigt sie in den SUV.

Ich werfe ihr einen warnenden Blick zu und erinnere sie daran, dass sie im Wagen bleibt. Ich renne in das SIP Gebäude. Ich schaffe es, meine Wut zu zügeln. Sie befindet sich knapp unter der Oberfläche und ist bereit, sich zu zerstreuen. Ich rufe Taylor an. Er meldet sich nach dem ersten Klingeln.

„Sir, kommen Sie in den Flur zur Linken hinab. Sie werden einen großen Bereich finden. Betreten Sie den Konferenzraum 2“, sagt er und weiß genau, warum ich ihn angerufen habe.

„Wir sehen uns dort“, sage ich und lege auf.

Taylor trifft mich vor der Tür. Er öffnet die Tür einen Spalt breit. Ich sehe, dass Hyde mit in Handschellen gelegten Händen auf einem Stuhl sitzt. Mein Blick trifft Taylors und er schließt die Tür.

„Der Sicherheitsdienst kommt; ich brauche die Schlüssel zu den Handschellen. Halten Sie sie fünf Minuten auf“, sage ich und strecke meine Hand aus, um die Schlüssel zu bekommen.



Taylor mustert mich, um sicherzugehen, dass ich das Arschloch nicht umbringen werde. Ihm entgeht nichts. Er sieht, wie die Wut durch meine Fasern lodert. Mein Blick ist zugleich eisig, kontrolliert vor Vergeltung und erzürnt wie Mount Etna und der Vesuv; all dies vereint und bereit zu töten. Er bewegt seinen Körper langsam, um die Tür zu blockieren. Taylor arbeitet bereits vier Jahre für mich. Er hat mich lüstern gesehen. Er hat mich gesehen, als ich eine Sub, die ich an der Decke meines Spielzimmers aufgehängt habe, ficke. Er hat mich gesehen, wie ich eine andere heftig versohle. Er hat mich gesehen, wie ich Leila mit einem Paddle versohle. Er hat mich gesehen, während ich einen Raum voll mächtiger Geschäftsleute kontrolliere. Er hat mich wütend gesehen; stinksauer; aber stets kontrolliert. Er hat mich in kompromittierenden Positionen gesehen. In solchen Situationen hat er mich schon öfter gesehen, als ich zählen kann.

Aber mit Anastasia gab es viele Premieren für mich - ich bin in Anastasia verliebt, ich habe sie bereits unglaublich vermisst, bin fast wahnsinnig geworden, als sie nach Georgia geflogen ist, ich war völlig verzweifelt und betrübt, als sie mich verlassen hat – all diese Situationen haben mich geschwächt. Taylor hat mich bereits in fast jeder Stimmungslage erlebt; aber er hat noch nie gesehen, dass ich vor Wut töten würde. Die kaum kontrollierte Grausamkeit und Gewalttätigkeit … Taylors Hand wandert automatisch zur Türklinke. Er steht vor der Tür und ist fest entschlossen, mich nicht hereinzulassen.

„Ist mit Miss Steele alles in Ordnung, Sir?“ fragt er, um mich abzulenken.

„Ihr geht es gut. Gehen Sie von der Tür weg, Taylor“, sage ich mit unheilvoller Bedrohung in meiner Stimme. Die Intensität meines Blickes ist allein auf ihn fokussiert. Taylor bringt das keineswegs aus der Fassung. Er ist fest entschlossen, mich davon abzuhalten, heute Abend einen Mord zu begehen.
„Ich habe ihm bereits die Seele aus dem Leib geprügelt“, sagt er und zum ersten Mal fällt mir Taylors zerzaustes Äußeres auf. Über seinem Auge befindet sich ein Cut, er hat eine geschwollene Lippe und eine blutunterlaufene Wange. Als er sieht, dass ich ihn beäuge, sagt er lächelnd, „Das Arschloch ist schon schlimm dran, Sir.“

Ich strecke meine Hand aus, um Taylor energisch von der Tür wegzuschieben. „Sir …“, sagt er schüchtern. „Ich … ähm …“

„Spucken Sie es aus, Mann!“

„Also, ich verstehe Ihre Wut sehr gut, Sir. Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll … aber …“, sagt er und murmelt etwas von einem beschissen, geschulten Gespräch. Dann blickt er mir in die Augen und sagt, „Dieses Stück Scheiße ist es nicht wert, Sir“, sagt er, deutet mit seinem Kopf Richtung Tür und hat die Türklinke noch immer fest im Griff. Er beobachtet mich eine Weile, während ich versuche, meine Wut unter Kontrolle zu bringen.

„Ich werde Ihnen etwas verraten. Es gibt einen indischen Guru, der irgendwo geschrieben hat, dass die Hölle drei Schleusen hat: Lust, Wut und Gier“, sagt er und versucht mich zu beruhigen. „Ich dachte, Sie würden das gerne wissen“, sagt er und deutet mit seinem Daumen nach draußen. „Ich glaube, für sie wäre es auch die Hölle, Sir“, sagt er achselzuckend und ich halte einen Moment inne.

„Also, Taylor, in diesem Falle werde ich alle drei Schleusen der Hölle erobern! Ich will ihm immer noch seinen eigenen Schwanz in den Arsch stecken, dafür dass er versucht hat, meine Freundin zu belästigen“, stoße ich zwischen zusammengepressten Zähnen hervor, das Gift brodelt in mir. Taylors Augen weiten sich und seine Haltung wird fester. Ich seufze.

„Sehen Sie, Taylor. Ich schätze Ihre Besorgnis, aber wenn ich ihn töten wollen würde, dann hätte ich nicht den Sicherheitsdienst informiert. Sie werden gleich hier sein, um ihn hinauszubegleiten. Aber ich möchte meine Zeit mit ihm haben. Würden Sie für Gail nicht dasselbe tun?“ frage ich ihn und er verlagert plötzlich das Gewicht von einem auf das andere Bein. „Ich werde ihn soweit zerstören, dass er nie wieder mit dem Leben einer anderen Frau fickt! Aber ich werde ihn nicht unter die Erde bringen“, sage ich mit all meiner Selbstkontrolle, um meine Wut zu zügeln. Er nickt feierlich und lächelt.

„Anscheinend hat ihm Miss Steele einen Tritt in seine Kronjuwelen verpasst, Sir“, sagt er stolz. Dann bemerke ich, dass er tatsächlich so ist, wie Anastasia gesagt hat; wie ein Onkel. „Er hat in einer Tour geflucht und sich die Eier gehalten“, sagt er gelassen, obwohl seine Augen einen Funken Freude verheißen. „Wie auch immer, er gehört nun ganz Ihnen, Sir. Nehmen Sie sich 10. Ich werde die Security Leute solange beschäftigen. Der Scheißkerl hat sowieso schon über sie gemeckert und gestöhnt“, sagt er, öffnet weit die Tür und baumelt den Schlüssel an die Handschellen. Ich greife nach den Schlüsseln, als ich den Raum betrete.

Nachdem ich den Konferenzraum betreten habe, schließe ich die Tür und drehe den Schlüssel herum. Jack Hyde hebt seinen roten Kopf und sieht mich herausfordernd an. Die Hälfte seiner Haare hängt bereits aus seinem Haargummi heraus und sein Ohrring ist schief. Er unheimliches Grinsen zeichnet sich auf seinem blutverschmierten Mund ab. Ich setze meine ungerührte Miene auf und verberge den Vesuv, der in mir tobt, mit einem Gletscher. Ich trete hinter ihn, um seine Handschellen zu lösen.

„Deine Freundin ist eine geldgierige, frotzelnde Fotze. Wenn du nicht mehr Geld hättest als ich, würde sie jetzt mich ficken! Anstatt dessen halte ich mir nun meine Eier, in die sie mich getreten hat!“ sagt er in dem Moment, als ich seine Handschellen gelöst habe und reibt sich die Handgelenke. Ich greife nach seinem Pferdeschwanz, ziehe seinen Kopf zurück und knalle ihn auf den Holztisch. Man hört, wie seine Nase bricht und das Blut herausgeschossen kommt! Meine Augen sind so weit, dass ich spüre, wie die Kapillaren in meinen Augen platzen. Für einen Moment habe ich das Gefühl, dass ich meine Wut nicht beherrschen kann. Meine Nüstern sind geweitet und meine Atmung beschleunigt. Jede Faser meines Körpers ist aufmerksam, bereit zu kämpfen.

„Du brauchst erst gar nicht den Namen meiner Freundin zu erwähnen, oder sogar an sie denken, ich werde dich bei lebendigem Leibe häuten!“ zische ich tödlich. „Du hast meine verdammte Nase gebrochen!“ schreit er, ehe er sich in den Griff bekommt und das Blut an seiner Nase mit dem Ärmel seines Hemdes abwischt. Er beugt sich herab und versucht, seine Nase zusammenzudrücken. Er grunzt und als er seinen Kopf wieder hebt, steht er rasch auf, schwingt seine Rechte und diese trifft meinen Oberkörper, erschüttert mich bis in mein Innerstes. Er bewegt sich und seine Linke landet in meinen Rippen. Er versucht mir noch einen Schlag mit seiner Rechten zu verpassen, zwingt mich dazu, einen Schritt zurückzutreten, ich schwanke. Ich sehe, dass er einen Karabiner an seinen Knöcheln hat und seine Schlüssel sind daran befestigt. Obwohl seine Schläge unerwartet kamen, verleihen sie mir einen weiteren Adrenalinstoß. Ich lächele. Ich liebe einen guten Kampf!

„Endlich legst du dich mit jemandem in deiner Größe an! Wie viele junge Frauen hast du in die Ecke getrieben? Hmmm?“ verhöhne ich ihn.

Vor der Tür höre ich Krach. Lautes Klopfen an der Tür. Ich habe einige Minuten, um mich zu rächen.

Hyde ballt seine Hände erneut zu Fäusten, aber dieses Mal ist der Überraschungseffekt verloren. Er setzt erst seine Rechte, ehe er kurz darauf seine Linke zum Schlag ansetzt. Ich ducke meinen Kopf weg, als er seine Linke schwingt und packe sie mit meiner Rechten, umfasse sie fest. Ich halte seine Faust und drücke sie mit eisernem Griff. Ich ziehe an und hebe seinen Arm hoch. Schließlich lande ich mit meiner Linken zwei schnelle Schläge in seine Rippen und raube ihm die Luft in seinen Lungen. Dann schlage ich ihm gegen seine linke Wange, und spüre das Knirschen seines Wangenknochens unter meiner Faust. Er krümmt sich, ich fasse ihn mit beiden Händen an seine Schultern und stoße ihm mein Knie zwischen die Beine, dann hebe ich seinen Kopf und verpasse ihm einen Kopfstoß. Als er schließlich stürzt, schlage ich ihn mit meinem rechten Ellenbogen nieder. In diesem Moment bricht das Security Team herein.



Ich beuge mich herunter und flüstere mit kalter, langsamer und mörderischer Stimme in Hydes Ohr.

„Wenn du ihr irgendetwas angetan hättest, würde ich dich umbringen. Sei froh, dass du so ungeschoren davongekommen bist, Arschloch!“

Zwei junge Securitymänner treten herein und staunen nicht schlecht, als sie sehen, was sich ihnen ihr bietet. Jack Hyde auf dem Boden und ich neben ihm.

„Er gehört ganz ihnen“, sage ich schließlich und mein Zorn weicht einem eisigen Blick.

Mit einer Hand ziehe ich ihn auf die Füße, bis er aufrecht steht, während uns die Sicherheitsmänner mit großen Augen anstarren.

„Hier … Er blutet sich ganz schön voll“, sage ich und schiebe Jack Hyde in die Hände der Wachmänner, um ihm eine schnelle Erste Hilfe zu leisten. Dann drückt einer der Sicherheitsmänner ein Telefon in Hydes Hand. Als er Roachs Stimme am Telefon lauscht, realisiert er langsam, dass er gerade gefeuert wird und nun seine sieben Sachen packen soll. Er wird kreidebleich und sieht aus, als ob er krank wird. Die Wachleute flicken ihn schnell zusammen und überreichen ihm schließlich eine Kiste mit seinen Habseligkeiten. Beide Wachleute erscheinen sehr professionell und machen den Anschein, als hätte sie nichts zu bezeugen, was sie natürlich auch nicht tun können.

„Was haben Sie zu ihnen gesagt?“ frage ich Taylor mit leiser Stimme und deute mit einem kurzen Blick auf die Wachleute.

„Ich habe sie gebeten, Ihnen ein paar Minuten zu gewähren“, murmelt er kaum hörbar.

„Und das haben sie einfach so getan?“ frage ich mit hochgezogener Augenbraue und verhöre ihn.

Taylor zuckt mit den Achseln. „Sie haben beide eine Freundin … und Schwestern. Was soll ich sagen? Ich schätze, die beiden mögen einfach keinen Widerling, der sich in ihr eigenes Territorium hervorwagt, Sir“, sagt er gelassen.

Jack Hyde wird von einem der Sicherheitsmänner zur Tür eskortiert, während der andere hier die Stellung hält und das Chaos beseitigt. Ich sehe, wie Taylor ihm die Hand schüttelt und ihm unauffällig einige hohe Dollarscheine in die Hand drückt.

Wir gehen alle hintereinander aus dem Gebäude und Jack Hyde geht ganz vorn, stolpert zum Taxi, während die Sicherheitsleute sichergehen, dass er nicht zurückkehrt. Danach folge ich und Taylor geht ganz am Ende unserer Reihe.

Taylor schließt zu mir auf, als ich den SUV erreiche und ich strecke meine Hand aus, damit er mir die Schlüssel geben kann. Als er Anastasia auf dem Beifahrersitz sieht, überreicht er mir die Schlüssel zum SUV und nimmt seinen Platz auf dem Rücksitz ein. Ich bin immer noch wütend, stinksauer und obwohl ich Hyde nicht die Seele aus dem Leib geprügelt habe, fühle ich mich besser. Ich sage nichts zu Anastasia. Sie starrt mich einfach an, bringt jedoch kein Wort hervor. Mein Blackberry, der mit dem Bluetooth System im Wagen verbunden ist, beginnt über die Lautsprecher zu klingeln. Ich prüfe, den Namen des Anrufenden.

„Grey hier“, melde ich mich.

„Hier spricht Barney, Sir“, antwortet er.

„Barney, ich habe den Lautsprecher an und bin nicht allein“, sage ich warnend.

„Ja, Sir. Es ist alles erledigt.  Aber ich habe noch etwas anderes auf Mr. Hydes Computer gefunden, worüber ich mit Ihnen reden muss.“

„Ich rufe Sie an, sobald ich zuhause bin. Danke, Barney“, sage ich.

„Kein Problem, Mr. Grey“, sagt er und legt auf.

Anastasias Blick bohrt sich in mich hinein, fleht mich an, etwas zu sagen. Ich bin zu wütend, um überhaupt etwas zu sagen. Sie war sehr ungehorsam und deswegen habe ich diesen Arsch fast umgebracht. Was, wenn er ihr Schaden zugefügt hätte? Wenn er sie vergewaltigt hätte? Dieser Gedanke erzürnt mich noch mehr.

„Redest du mit mir?“ flüstert sie.

„Nein“, antworte ich grübelnd und blicke sie nicht an. Den Rest der Fahrt zum Escala verbringen wir schweigend. Ich habe meine Wut gegenüber Jack Hyde noch kaum unter Kontrolle. Ich hätte ihn umbringen können! Ich hätte ihn umgebracht, aber der Tod ist zu gut für ihn. Ich halte vorm Escala und steige aus. Zügig gehe ich zur Beifahrerseite und öffne Anastasias Tür. Ich strecke ihr meine Hand entgegen und befehle ihr mitzukommen. Sie nimmt meine Hand und ich ziehe sie schnell hinter mich. Taylor fährt den SUV in die Garage. Auf dem Weg zu den Aufzügen sage ich nichts; ihre Hand ruht noch immer fest in meinem Griff.
„Christian, ich verstehe nicht, wieso du so wütend auf mich bist?“ flüstert sie bange.

„Das weißt du ganz genau“, sage ich und ziehe sie in den Aufzug. Nachdem ich den Code für mein Penthouse eingegeben habe, setzt sich der Aufzug in Bewegung. „Wenn dir etwas
zugestoßen wäre, hätte ich den Typen kaltgemacht“, sage ich und kann den mörderischen Klang in meiner Stimme kaum kontrollieren.

„Aber so werde ich mich damit begnügen, seine Karriere zu zerstören, damit dieser elende Jammerlappen keine Gelegenheit mehr bekommt, junge Frauen auszunützen!“ Angst, Wut und Zorn strömen durch mich hindurch. Diese ganzen Gedanken darüber, was hätte passieren können, machen mich ganz krank. Was, wenn er ihr Schaden zugefügt hätte? Wenn er sie vergewaltigt hätte? Wenn er sie verletzt hätte? Ich bin doch sowieso schon abgefuckt! Ich hätte ihn mit meinen bloßen Händen umgebracht! Die Verlustangst ergreift mich und ich drücke Anastasia in der Ecke des Aufzuges in meine Umarmung. „Guter Gott, Ana! Ich hätte dich verlieren können!“

Ich möchte sie spüren. Ich möchte sie in meinen Armen halten und die Dämonen davonjagen, die Ängste verjagen, die sie hätten verletzen können. Es macht mir ganz schön zu schaffen, dass in den letzten zwei Tagen, zwei Versuche unternommen wurden, sie zu verletzen. Ich habe Angst, dass ein dritter vielleicht erfolgreich sein könnte. Die Angst packt mich und ich bin hilflos. Ich umfasse Anastasias Haar und schlinge es um meine Hand, ziehe ihr Gesicht herauf. Mein Mund bedeckt ihren wild, ich küsse sie verzweifelt, leidenschaftlich, besitzergreifend. Ich möchte sie spüren, ich möchte die Gewissheit haben, dass wir beide lebendig sind, dass wir zusammen sind und dass sie immer noch mir gehört, dass sie sicher ist und dass ich sie beschützen kann. Meine Zunge wandert in ihren Mund und ihr vorübergehender Schock lässt sie erstarren. Kurz darauf erwidert sie es jedoch und ich bin erleichtert. Ich küsse sie bis wir beide außer Atem sind. Ich halte sie besitzgierig in meinen Armen und mein Gewicht drückt sie an die Wand. Zärtlich halte ich ihr Gesicht in meinen Händen und blicke ihr lang und intensiv in die Augen. Sie erwidert meinen Blick und durchsucht mich. Meine Angst ist in meinen Augen abzulesen. Ich kann mich kaum kontrollieren. Ich bin erleichtert und dankbar, dass sie sicher ist. Ich schlucke heftig, versuche meine Ängste zu verjagen, versuche meine persönlichen Dämonen, die mich quälen zu kontrollieren. In Gedanken führe ich mir noch einmal vor Augen, was ihr hätte passieren können.

„Anastasia“, flüstere ich. Meine Lippen weiden über ihre Augen, ihre Wangen, ihre Lippen. „Oh, Ana. Ich hatte solche Angst. Wenn dir etwas zugestoßen wäre … Wenn er dir etwas angetan hätte …“ Ich kann den Rest meiner Gedanken nicht in Worte fassen.

Diese ergreifende Angst schüttelt mich bis ins Mark und der Schauder, der mich durchfährt, rüttelt uns beide auf.

„Wie ich dir schon so oft gesagt habe. Benutze ab sofort deinen BlackBerry. Verstanden?“ frage ich. Sie kann nur nicken, ist unfähig zu blinzeln und unsere Blicke heften aneinander.

Als der Aufzug hält, öffnen sich die Türen. Ich trete zurück und halte ihre Hand.

„Hyde hat gesagt,  du hättest ihm in die Eier getreten“, hake ich nach. Sie zuckt mit den Schultern. „Ja. Ray war früher bei der Armee. Er hat mir das beigebracht“, sagt sie, als wäre es keine große Angelegenheit. Ich merke, wie sich ein kleines Lächeln auf meinen Lippen abzeichnet.

„Ein Glück. Du weißt gar nicht, wie froh ich darüber bin. Das sollte ich mir für den Notfall merken“, sage ich erleichtert und froh, dass sie sich selber verteidigen kann. Sie hat es geschafft, mir ein kleines Lächeln zu entlocken.

„Ana, warum wartest du nicht auf mich? Ich muss Barney zurückrufen, aber es wird nicht lange dauern“, sage ich und lasse sie ihm Großen Raum zurück. Zügig gehe ich in mein Büro. Ich bin extrem neugierig, was Barney herausgefunden hat.

Ich schließe die Tür und wähle Barneys Nummer, als ich zu meinem Stuhl gehe.

„Barney hier“, meldet er sich.

„Grey hier. Was haben Sie herausgefunden?“

„Ich werde Ihnen die Informationen natürlich zuschicken. Es gibt da eine sehr interessante Liste:

Mr. Hyde verfügt über eine Liste von Adresse, an denen Ihre Familie je gelebt hat. Lassen Sie sie uns durchsehen“, sagt er und ich höre, wie seine Maus klickt. „Oh, ja. Ich sehe fünf Adressen von Anwesen in Seattle und zwei, ich weiß nicht, ob sie alt oder aktuell sind, aber es werden zwei Anwesen in Detroit, Michigan aufgelistet. Außerdem verfügt er über Lebensläufe all ihrer Familienmitglieder. Die Namen lauten: Carrick Grey, Elliot Grey, Sie, Sir, dann Dr. Grace Trevelyan-Grey, Mia Grey und Miss Anastasia Steele.“

Ich verkrampfe mich auf meinem Stuhl und bemerke, dass ich den Griff um meinen Blackberry verstärkt habe und mit meiner anderen Hand die Tischplatte fest umfasse.

„Ist das alles?“ frage ich mit zischender Stimme.

„Nein, Sir. Es gibt eine Vielzahl von Zeitungsartikeln und Online Publikationen, die Sir, Dr. Trevelyan, Mr. Carrick Grey und Mr. Elliot Grey betreffen.“

„Noch etwas?“

„Ja, Sir, es gibt noch mehr. Er hat eine große Sammlung von Bildern von Ihnen. Hunderte. Ihr Vater, Ihre Mutter, und Ihr Bruder und ihre Schwester sind auch dabei, Sir. Das ist alles, Sir“, sagt er.

„Senden Sie mir die Infos per E-Mail und leiten Sie die E-Mail an Welch weiter. Danke, Barney“, sage ich und lege auf.

Was hatte dieser verdammte Bastard nur vor? Offensichtlich hat er etwas gegen mich. Hier kann es nicht nur um Anastasia gehen. Warum verfügt er über diese Informationen über meine ganze Familie?

Ich wähle Welchs Nummer.

„Welch“, meldet er sich.

„Grey.“

„Ja, Sir.“

„Ich möchte, dass Sie bei Jack Hyde noch ein bisschen  tiefergraben. Barney hat mir die Informationen geschickt, die er auf Hydes Computer entdeckt hat und mir gefällt deren Inhalt überhaupt nicht. Er hat ziemlich viele Informationen über mich und meine gesamte Familie gefunden. Sehen Sie sich die Informationen, die Barney Ihnen schicken wird an und ich möchte, dass sie alles über ihn herausfinden! Ich möchte wissen, wie seine Erzieherin im Kindergarten hieß, ich möchte wissen, was er zum Frühstück isst, mit wem er schläft … Ich möchte seine SAT-Punkte wissen. Ich will wissen, welches Shampoo er benutzt und welches Getränk er bevorzugt. Ich möchte wissen, mit wem seine Mutter in der High-School ausgegangen ist! Ich möchte wissen, wen sein Daddy zum ersten Mal gefickt hat! Ich möchte, dass sie jede noch so kleine Information über ihn herausfinden! Wenn Sie damit durch sind, möchte ich persönlich mit ihm vertraut gemacht werden! Wenn Sie Leute befragen müssen, dann tun Sie es selbst. Und machen Sie es diskret! Verstanden?“

„Absolut klar, Sir. Noch etwas?“

„Sagen Sie mir sofort Bescheid, wenn Sie etwas herausgefunden haben.“

„Das werde ich, Sir“, sagt er und ich lege auf.

Ich stecke meinen Blackberry in meine Tasche und sinke in meinem Stuhl zurück. Ich halte mein Gesicht in meinen Händen und fahre mir schließlich damit durchs Haar, atme verzweifelt aus und versuche den restlichen Ärger und Frust des Abends abzuschütteln. Langsam stehe ich auf und gehe schließlich nervös aus meinem Büro, um bei Anastasia zu sein.

Als ich wieder im Großen Raum ankomme, sehe ich Anastasia an der Frühstückstheke sitzen. Mrs. Jones bereitet ihr etwas zu essen zu und Anastasia trink einen Weißwein.

Als ich die Küche betrete und zum Kühlschrank gehe, um mir auch ein Glas Weißwein einzugießen, begrüße ich Mrs. Jones.

„Guten Abend, Sir. Ihr Abendessen ist in zehn Minuten fertig.“

„Das klingt gut, Gail“, antworte ich mit einem kleinen Lächeln. Nachdem ich mir ein Glas Weißwein eingegossen habe, bringe ich einen Toast auf Ray und Väter wie ihn, die ihren Töchtern Selbstverteidigung beibringen, aus.
„Prost“, flüstert Anastasia müde. Der Klang ihrer Stimme überrascht mich. Ich weiß, dass sie einen aufreibenden Abend hatte, aber gibt es da vielleicht etwas, dass sie mich wissen lassen sollte? Meine persönlichen Dämonen sind augenblicklich ganz aufmerksam.

„Was ist los?“ frage ich rasch.

„Ich weiß nicht, ob ich morgen noch einen Job habe“, sagt sie besorgt. Das ist alles? Ich atme erleichtert aus. „Willst du denn weiterhin einen?“ frage ich sie und richte meinen Kopf auf.

„Ja, natürlich“, antwortet sie leidenschaftlich und tadelnd.

Ich zucke mit den Achseln und sage lächelnd, „Dann hast du auch noch einen.“ Sie starrt mich mit offenem Mund an. Ich zucke mit den Schultern.

Gail stellt zwei Tischsets vor uns hin und Anastasia beginnt mit ihrem Verhör, während wir unsere dampfende Hähnchenpastete essen.

„Also“, sagt sie ungezwungen. „Was genau hat Barney auf Jacks Computer gefunden?“

„Nichts, was dich interessieren würde, Ana“, sage ich gelassen.

„Verstehe. Wenn das, was er gefunden hat, nicht wichtig ist, warum konnte er es dann nicht über das Telefon sagen?“

„Er wusste nicht, wer bei mir war. Iss, Baby, du musst doch am Verhungern sein“, sage ich und sie blickt mich finster an.

„Ich nehme an, dass du es mir nicht sagen wirst …“, sagt sie und lässt ihren Gedanken in der Luft hängen.

„Nope“, antworte ich. Sie seufzt.

„Nach allem, was heute passiert ist, habe ich vergessen dir zu sagen, dass José angerufen hat“, sagt sie gelassen.

Ich lasse die Gabel in der Luft hängen und blicke sie an. „Ach ja?“ frage ich.

„Er hat gesagt, er will die Fotos vorbeibringen, die du gekauft hast.“

Ein weiterer Scheißkerl, der ein Auge auf meine Frau geworfen hat! Ich bin mir sicher, dass er sie selbst herbringt, weil sein spanisches Herz für Anastasia schlägt!

„Wow. Persönlicher Lieferservice. Wie nett von ihm“, murmele ich und fluche leise vor mich hin.

Anastasia tut so, als hätte sie mich nicht gehört. „Er hat mich auch gefragt, ob wir etwas trinken gehen.“ Was versucht sie damit zu bezwecken? Fragt sie mich etwa um Erlaubnis oder um meine Meinung?“

„Verstehe …“

„Kate und Elliot sollten bis dahin auch wieder im Lande sein“, fügt sie schnell hinzu. Ich lege meine Gabel auf den Teller, drehe mich zu ihr und blicke sie gespannt an.

„Anastasia, worum genau versuchst du mich zu bitten?“ frage ich nach und hebe eine Augenbraue.

„Ich bitte dich um überhaupt nichts. Ich informiere dich darüber, dass ich am Freitag etwas vorhabe. Ich möchte mich mit José treffen, und er will über Nacht in der Stadt bleiben. Entweder übernachtet er hier oder aber in meiner Wohnung. Wenn er bei mir schläft,
sollte ich ihn nicht allein dort lassen“, sagt sie in einem Atemzug, als würde sie verfolgt werden oder als würde sie nicht alles erklären können, wenn sie es nicht schnell tut. Ich bin schockiert! Nachdem was dieser Scheißkerl gemacht hat, sie fast vergewaltigt hat, will sie ihn immer noch sehen? Und sie will ihn ja nicht nur sehen, sie will Zeit mit ihm verbringen?

„Anastasia, er hat versucht, dich anzumachen!“

„Das ist Wochen her, Christian. Er war betrunken, ich war betrunken, du hast die Situation gerettet – und es wird nie wieder vorkommen. José ist nicht Jack, Himmel nochmal!“

„Dann lass ihn bei dir schlafen. Ethan schläft doch auch dort. Er kann ihm bestimmt Gesellschaft leisten“, sage ich beleidigt. Sie wurde doch heute Abend schon fast vergewaltigt und jetzt reden wir über einen anderen Typen, der sich ihr aufgedrängt hat und meine Freundin möchte Zeit mit diesem Scheißkerl verbringen! Warum macht sie es mir nur so schwer, sie zu beschützen?

„Christian, José will aber mich sehen und nicht Ethan Kavanagh.“ Gib mir Kraft! Ich sehe sie an und schneide eine Grimasse.

Sie sieht mich flehend an. „Christian, José ist nur ein Freund. Das ist alles.“

„Und das soll mir gefallen?“

Sie kneift ihre Augen zusammen und blickt mich finster an. „Er ist ein alter Freund von mir, Christian. Ich habe ihn seit der Vernissage nicht mehr gesehen. Und auch an diesem Abend war so gut wie keine Gelegenheit, um sich zu unterhalten. Ich weiß, dass du, abgesehen von dieser grässlichen Frau, keine Freunde hast, aber ich maule ja auch nicht, wenn du dich mit ihr triffst“

Warum sprechen wir jetzt auf einmal über Elena? Ich blinzele verwundert. Ana will nicht, dass ich mich mit Elena treffe?

„Christian, ich will José sehen. Ich war ihm eine lausige Freundin!“

Meine Gedanken hängen immer noch an ihren Worten über Elena fest. „So denkst du also
darüber, ja?“

„Häh? Worüber?“ fragt sie verwirrt.

„Über Elena. Es wäre dir also lieber, wenn ich sie nicht mehr sehen würde?“ frage ich. Ich weiß, dass sie sie hasst und eifersüchtig ist, dass wir eine gemeinsame Vergangenheit haben. Aber ich habe nicht gewusst, dass sie sich wünscht, dass ich Elena nicht mehr sehe.

Sie seufzt und hält einen Moment inne, versucht meine Haltung mit ihren babyblauen Augen abzuschätzen.

„Ganz genau!“ sagt sie leidenschaftlich.  „Es wäre mir lieber, wenn du Elena nicht mehr sehen würdest.“

„Aber wieso sagst du es dann nicht einfach?“ frage ich anschuldigend. Ich lege ihr meine Gefühle offen; ich habe gedacht, sie tut das gleiche.

„Warum? Christian, weil mir so etwas nicht zusteht. Du bist doch der festen Überzeugung,
dass sie deine einzige Freundin ist“, flüstert sie verschärft.  „Genauso wenig, wie es
dir zusteht, mir zu sagen, ob ich mich mit José treffen darf oder nicht. Verstehst du das denn nicht?“

Schnell überlege ich, welche Zugeständnisse ich machen könnte. Gott weiß, dass es mir nichts ausmacht den Fotografen zu sehen. Deshalb ist es keine Option, Anastasia in ihrem Apartment mit zwei Männern, die auch noch beide nach ihr lechzen, übernachten zu lassen. Außerdem kann ich ein Auge auf ihn haben, wenn er hier übernachtet und er wird sehen, dass sie meine Frau ist. Ich kann ihn zwar nicht leiden, aber das ist die beste Wahl.

„Also gut, er kann hier übernachten. Hier kann ich ihn wenigstens im Auge behalten“, murmele ich widerwillig.

„Danke, Christian. Denn wenn ich hier endgültig wohne …“, sagt sie und lässt ihren Gedanken in der Luft hängen.  „Außerdem herrscht hier ja nicht gerade Platzmangel“, sagt sie und macht eine Geste mit ihrer Hand, die die Größe des Raumes verdeutlichen soll. Sie grinst und ich glaube, dass wir den schlimmsten Teil des Tages hinter uns gelassen haben.

„Oh, Miss Steele. Was soll dieses freche Grinsen?“

„Sagen Sie es mir doch, Mr. Grey“, antwortet sie und nimmt ihren Teller, um ihn abzuspülen. Ich sage ihr, dass Mrs. Jones das erledigen wird, aber sie ignoriert mich und macht weiter. Versucht sie sich selbst zu beschäftigen, um sich vom Stress des Tages abzulenken?

„Ana, ich muss noch eine Weile arbeiten, Baby“, sage ich und versuche an ihrem Ausdruck zu erkennen, ob das in Ordnung für sie ist.

„Prima. Ich finde schon eine Beschäftigung“, gibt sie zurück.

„Komm her, Baby“, befehle ich mit sanfter, verführerischer Stimme und breite meine Arme aus. Zügig tritt sie auf mich zu und schlingt ihre Arme um meinen Hals. Ich atme scharf ein und halte sie fest, schließe meine Augen und genieße sie. Ich atme ihren Duft ein. „Ist alles in Ordnung mit dir?“ flüstere ich.

„Was meinst du?“ fragt sie.

„Anastasia, erinnerst du dich nicht, was mit diesem Arsch passiert ist? Und die ganze Scheiße von gestern? Ich möchte sicher sein, dass es dir gut geht“, sage ich besorgt. Ich halte sie auf Armeslänge und schätze ihre Miene ab. Sie denkt für einen Moment über meine Frage nach.

„Ja“, flüstert sie zurück. Erleichtert schließe ich meine Augen und bin dankbar für ihre Widerstandsfähigkeit. Ich schließe sie wieder in meine Arme und küsse sie immer wieder. „Lass uns bitte nicht streiten“, sage ich flehend zwischen meinen Küssen. Wieder sauge ich ihren Duft auf. „Ana, du riechst himmlisch“, flüstere ich.

Sie stellt sie auf Zehenspitzen und küsst meinen Hals, während sie mich weiter mit ihren Armen umschlungen hält und flüstert, „Genau wie du.“ Schließlich ziehe ich meine Arme zurück und erkläre ihr, dass ich in wenigen Stunden fertig bin. Sie nickt lächelnd.

Ich gehe in mein Büro und schließe die Tür hinter mir.

Zügig überprüfe ich meinen Posteingang und finde die unheilvolle Nachricht von Barney.


Von: Barney Sullivan
Betreff:
Jack Hyde
Datum: 15. Juni 2011                       21:37 Uhr
An: Christian Grey

Mr. Grey,
Ich habe eine Liste mit den Informationen zusammengestellt, die ich auf Jack Hydes SIP Computer gefunden habe. Im Folgenden finden Sie die Auflistung und die eigentlichen Inhalte sind auf dem GEH FTP Servern gespeichert, da sie zu groß sind. Bitte benutzen Sie den Link, den ich Ihnen schicke, um Zugang dazu zu bekommen und downloaden Sie die Inhalte, die sich auf Sie und Ihre Familie beziehen.

Wohnanschriften der Familie Grey

Fünf Anwesen in Seattle, WA (verschiedene Adressen Ihrer Familie, Ihres Bruders und von Ihnen, Sir)

Zwei Adressen von Anwesen in Detroit, MI

Detaillierte Lebensläufe von:

Mr. Christian Grey
Mr. Carrick Grey
Mr. Elliot Grey
Dr. Grace Trevelyan-Grey
Miss Mia Grey
Miss Anastasia Steele

Zeitungsartikel und Online-Publikationen betreffen:

Mr. Christian Grey.
Mr. Carrick Grey
Mr. Elliot Grey
Dr. Grace Trevelyan-Grey

Bilder:

Christian Grey (File 1)
Miss Mia Grey (File 2)
Dr. Grace Trevelyan-Grey (File 3)
Mr. Carrick Grey (File 4)
Mr. Elliot Grey (File 5)

Bitte benutzen Sie den nachfolgenden FTP Link, um Zugang zu den besagten Files zu bekommen. Sie können Ihre persönlichen Login-Informationen zum Download verwenden, Sir:

https://geh.com/ftpclient/account/login.htm

Ich werde natürlich überprüfen, ob es noch weitere versteckte Files auf dem Computer oder auf einem SIP Server gibt. Ich werde Sie über alles, was ich finde, informieren.

Barney Sullivan

Head of IT, GEH

Ich logge mich im Server ein und downloade die Informationen, die Jack Hyde über mich und meine Familie über einige Jahre gesammelt hat.

Ich schaue mir die Informationen an. Es  sieht so aus, als würde er jede kleine Information sammeln, die er findet. Warum sammelt er diese Informationen? Warum meine gesamte Familie? In der nächsten Stunde sehe ich mir alle Files genau an. Dieser Mann ist von meinem Leben besessen. Ich habe das Gefühl, dass es hier nur um mich geht. Er sammelt Informationen über MEINE Familie, MEINE Anwesen, MEINE Freundin … Meine Freundin! Heute hat er sie angegriffen und er hätte sie ernsthaft verletzen können, wenn Ray ihr nicht ein wenig Selbstverteidigung beigebracht hätte! Plötzlich habe ich das Verlangen Anastasia zu finden, sie in meinen Armen zu halten, und verlasse mein Büro. Als ich den Großen Raum betrete, finde ich sie nirgends. Ich gehe in mein Schlafzimmer, aber dort ist sie auch nicht. Panik steigt in mir auf. Ich gehe in ihren ehemaligen Raum und auch dort ist sie nicht. Die Uhr tickt und ich gehe in die Bibliothek, aber dort ist es dunkel und leer. Wo könnte sie sein?

Ich drehe mich um und blicke den Gang auf und ab und bemerke das durchscheinende Licht im Spielzimmer. Ich kann mich nicht daran erinnern, die Tür offen gelassen zu haben.

Langsam gehe ich auf die Tür zu. Dort steht Anastasia und blickt neugierig in die Schubladen, in denen ich einige der Sexspielzeuge aufbewahre. Was macht sie hier? Sie nimmt einen Analstöpsel aus der Schublade, legt ihren Kopf schräg und blickt ihn an, als wäre er ein Gegenstand aus dem Ripley’s Belive it or not Museum. Dann nimmt sie einen weiteren Analstöpsel heraus und untersucht ihn, völlig ratlos, was dessen Funktion ist. Ich merke, wie sich ein Lächeln auf meine Lippen schleicht. Ihre Unschuld ist schlichtweg hinreißend. Sie sieht auf, als sie meinen eindringlichen Blick auf ihr merket und sieht mich, wie ich im Türrahmen stehe.

„Hi“, sagt sie schüchtern und blickt mir in meine glühenden Augen.

„Was machst du hier?“ frage ich leise. Ihre Anwesenheit in diesem Raum erregt und verschreckt mich zugleich. Die Erinnerung, wie sie mich verlassen hat, ist immer noch frisch und ich weiß nicht, ob ich sie in diesem Raum haben will. Aber wiederum haben wir einige vergnügliche Stunden hier verbracht, gefickt und Liebe gemacht. Meine Gefühle sind verwirrt und ich bin mir wegen des Spielzimmers nicht sicher. Oh, ja, ich war vorhin hier und habe überlegt, was ich mit den ganzen Sachen machen soll. Ich bin mir nicht so sicher, ob sie will, dass ich diesen Raum hier behalte. Aber sie ist ja hier und überrascht mich wieder einmal völlig.

Vor Verlegenheit, bei etwas erwischt worden zu sein, dass sie nicht tun sollte, wird sie rot. „Ähm, mir war langweilig, und ich war neugierig“, sagt sie und zuckt mit den Achseln, als würde das alles erklären. „Also bin ich hier gelandet“, sagt sie und lächelt mich entschuldigend an. Ich betrete den Raum und streiche mir mit meinem Zeigefinger über die Lippen, um mein Lächeln zu verbergen. 

„Neugierig und langweilig, sagst du. Das ist eine sehr gefährliche Kombination, Miss Steele“, sage ich mit heiserer Stimme, mein Blick ist wollüstig. Sie schluckt heftig, wohlwissend was sich hinter diesem Blick verbirgt.

„Was hat Ihre Neugier im Speziellen geweckt, Miss Steele? Vielleicht kann ich Sie ja aufklären.“

„Oh … also … die Tür“, sagt sie nervös und zeigt in Richtung Tür.  „Sie war offen und ich bin einfach … reingegangen“, plaudert sie verunsichert aus.

Als ich schließlich neben ihr stehe, stütze ich meine Arme auf die Kommode, die die verschiedenen Spielzeuge beinhaltet, und lege mein Kinn darauf.

„Ich war heute hier drin und habe mich gefragt, was ich mit all den Sachen anstellen soll. Ich muss vergessen haben, wieder abzuschließen“, sage ich etwas aufgebracht, da ich vergessen habe, die Tür abzuschließen.

„Ach ja?“ fragt sie überrascht.

Jetzt bin ich neugierig. Sie ist hier, in diesem Raum. Anscheinend gefällt es ihr hier. Aber was genau? „Aber jetzt bist du hier. Und wie gewohnt neugierig.“ Anastasia sieht mich überrascht an.

„Du bist also nicht sauer auf mich, Christian?“ flüstert sie fast schon verängstigt.

„Weshalb sollte ich sauer sein, Ana?“

„Ich weiß nicht. Vielleicht weil ich das Gefühl hatte, ich dürfte diesen Raum nicht betreten … Außerdem bist du ständig wegen irgendetwas sauer auf mich“, sagt sie und zuckt mit den Achseln, als wäre ich das Mysterium, die Kuriosität. Diese Einschätzung überrascht mich. Ich bin doch nicht immer sauer auf sie, oder? Nein. Nur wenn sie sich unnötigerweise in Gefahr bringt.

„Das stimmt, du bist unerlaubt hier hereingekommen, aber ich bin trotzdem nicht sauer. Ich hoffe, dass du eines Tages …“ Jetzt werde ich nervös. „Also ich hoffe, dass du hier mit mir leben wirst, und dann ist all das hier auch deines“, sage ich eindringlich.

„Deshalb war ich heute hier drinnen. Ich habe mir überlegt, was ich mit den Sachen anstellen soll. Bin ich wirklich die ganze Zeit sauer auf dich? Heute Morgen war ich es jedenfalls nicht“, sage ich verschmitzt. Sie lächelt.

„Du warst richtiggehend ausgelassen. Und ich mag den ausgelassenen Christian“, sagt sie.

„Wirklich, Miss Steele?“ sage ich und hebe die Brauen. Ich lächele zufrieden.

Schließlich scheint sie sich zu erinnern, dass sie ein Spielzeug in der Hand hat. Neugierig hält sie es hoch und fragt, was es ist.

„Immer wild auf Informationen, Miss Steele. Das ist ein Analstöpsel, den ich für dich gekauft habe“, sage ich.

„Für mich?“ fragt sie mit quietschender Stimme. Ich nicke, aber ihre Reaktion macht mich unsicher. Sie runzelt die Stirn.

„Du kaufst also für jede deiner Subs … neue … äh … Toys?“ fragt sie nervös.

„Ein paar Kleinigkeiten. Ja.“

„Analstöpsel?”

„Ja.”

Sie schluckt vor Unbehagen. Sie zieht ein weiteres Spielzeug und fragt, was es ist.

„Das sind Analkugeln“, antworte ich. Sie lässt sie schnell wieder in die Schublade fallen, als hätte sie soeben Feuer angefasst. Auf ihrem Gesicht zeichnet sich ein entsetzter Blick ab. Sie schüttelt ihren Kopf, als müsste sie dieses widerwärtige Bild aus ihren Gedanken schaffen.

„Ihre Wirkung ist ziemlich eindrucksvoll, wenn man sie mitten während des Orgasmus herauszieht“, sage ich achselzuckend. Es sind nur Spielzeuge.

„Die Inhalte dieser … ähm … Anal-Schublade sind also für mich?“ fragt sie und bringt mich zum Grinsen.

„Ja. Für dich.“

Sie schiebt die Schublade mit Schwung zu. „Gefällt dir der Inhalt der Anal-Schublade nicht, Baby?“ frage ich lässig.

Sie räuspert sich. „Sie steht zumindest nicht ganz oben auf meiner Wunschliste für Weihnachten“, sagt sie unschuldig und ich grinse breit.

Sie berührt den Griff der nächsten Schublade, aber scheint ein wenig besorgt zu sein, was sie darin erwartet. Ich erzähle ihr, dass die nächste Schublade Vibratoren beinhaltet. Sie zeigt auf eine weitere und nimmt einen der Gegenstände heraus.

„Jetzt wird es noch interessanter. Das sind Genitalklemmen“, sage ich und ihr Ausdruck ist mehr wert als tausend Worte. Sie lässt sie augenblicklich in die Schublade zurückfallen.

„Einige von denen sind dafür gedacht, Schmerzen zu verursachen, die meisten aber sollen nur Lust schenken“, antworte ich mit leiser Stimme.

Sie nimmt einen weiteren Gegenstand heraus und fragt mich, was es ist.

„Brustwarzenklemmen – die sind für beides“, erkläre ich. Sie ist neugierig und ich zeige es ihr an ihrem kleinen Finger.

„Das Gefühl ist an sich schon sehr intensiv, aber erst wenn man sie wieder löst, ist es am schmerzhaftesten und lustvollsten.“

„Die sehen hübsch aus“, murmelt sie schüchtern.

„Soso, Miss Steele. Ich glaube, ich sehe es Ihnen an“, sage ich selbstgefällig. Sie nickt und kaut gedankenverloren auf ihrer Lippe. Mein Blick verdunkelt sich und mein Verlangen nach ihr in diesem Raum hat bereits seinen Höhepunkt erreicht. Ich strecke meine Hand aus, zupfe an ihrem Kinn und befreie ihre Lippe aus den Fängen ihrer Zähne.

„Du weißt, was das bei mir auslöst“, sage ich dunkel.

Als sie die Klemmen zurück in die Schublade legt, zeige ich ihr ein weiteres Paar. „Die hier kann man anpassen.“ Ich zeige sie ihr.
„Anpassen? Wie?“

„Man kann sie sehr straff stellen … oder auch ganz locker. Je nachdem, in was für einer Stimmung man gerade ist“, sage ich, ohne meinen Blick von ihr abzuwenden. Mein Blick ist voll schamloser Begierde. Ihre Atmung beschleunigt sich und ihre Lippen teilen sich. Sie schluckt und wird schüchtern. Sie lenkt sich ab, indem sie ein weiteres Spielzeug in der Schublade sucht.

„Wozu brauchst du eine Ausstechform?“ fragt sie unschuldig.

Ich lächele. „Das ist ein Wartenbergrad“, sage ich und sie sieht mich fragend an. Ich strecke meine Hand aus und ergreife ihre. „Streck die Hand mit der Handfläche nach oben aus“, sage ich leise und mein Daumen streichelt ihre Knöchel. Als sich unsere Körper berühren, durchfährt uns dieser Stromstoß und lässt uns erschaudern. Ich blicke sie begierig an. Als sie ihre Hand ausstreckt, fahre ich mit dem Wartenbergrad über ihre Handfläche. Sie stöhnt, „Ah!“ Auf ihrem Gesicht zeichnet sich ein überraschter Ausdruck ab.

„Stell dir vor, ich fahre damit über deine Brüste“, flüstere ich ihr liederlich ins Ohr. Sie zieht ihre Hand zurück und wird rot.

„Der Grat zwischen Lust und Schmerz ist sehr schmal, Ana“, sage ich und lege das Wartenbergrad zurück.

„Wofür benutzt du die Wäscheklammern?“ fragt sie neugierig und blickt in die Schublade.

„Mit Wäscheklammern kann man wunderbare Sachen anstellen“, sage ich und das Verlangen verbrennt mich.

Sie schiebt die Schublade mit ihrem Hintern zu. Ich schätze unsere kleine Lehrstunde ist vorüber.

„War’s das?“ frage ich belustigt, nachdem ich ihre Reaktion gesehen habe.

„Nö“, sagt sie und öffnet eine weitere Schublade, in der sie den Ballknebel findet.  „Um dafür zu sorgen, dass du still bleibst“, sage ich lächelnd und denke an ihr loses Mundwerk.

„Soft Limit”, murmelt sie.

„Ich weiß. Aber du kannst trotzdem atmen“, sage ich und zeige es ihr. Sie fragt mich, ob ich auch schon mal einen getragen habe. Ich erzähle ihr, dass ich es getan habe.

Fälschlicherweise assoziiert sie es wieder einmal mit Schmerz. Sie denkt, dass ich ihn getragen habe, um meine Schreie zu unterdrücken. Ich seufze wieder einmal.

„Es geht um Kontrolle, Anastasia. Darum, wie hilflos du wärst, wenn ich dich fesseln und knebeln würde…  Du müsstest mir voll und ganz vertrauen, während ich grenzenlose Macht über dich habe. Und es geht darum, dass ich die Signale deines Körpers richtig deuten muss, statt darauf zu hören, was du sagst. Deine Abhängigkeit von mir verstärkt sich durch einen Knebel und gibt mir die ultimative Kontrolle über dich“, erkläre ich.

Sie legt ihren Kopf schräg und prüft meinen Gesichtsausdruck. Sie sieht traurig aus.

„Das klingt fast so, als würdest du es vermissen, Christian“, bemerkt sie.

„Das war bis vor Kurzem eben meine Welt“, gestehe ich. Alles andere ist neu und diesen Lebensstil habe ich so lange geführt. Ich blicke sie begierig und hilflos an.

„Aber du hast tatsächlich große Macht über mich. Das weißt du doch, Christian“, flüstert sie.

„Habe ich das, Ana? Du gibst mir das Gefühl, so …“, sage ich und seufze. Was ist das richtige Wort dafür … unzureichend, verletzlich, entblößt, machtlos, schutzlos … „hilflos zu sein“, sage ich schließlich. Das fasst es gut zusammen.

„Nein! Aber warum denn?“ fragt sie leidenschaftlich.

„Weil du, Anastasia, der einzige Mensch bist, der mir wirklich wehtun könnte“, gebe ich zu. Mich irreparabel verletzen kann. Ich habe mich machtlos gefühlt, als sie mich verlassen hat. Ich bin tausend  Tode gestorben gestern, als ich gedacht habe, Leila bringt sie um! Und heute hat jemand anderes versucht, sie zu verletzen! Sie wirklich zu verletzen! Sie kann mich schlichtweg zerstören, indem sie nicht bei mir ist.

„Oh Christian, das ist umgekehrt doch ganz genauso … Wenn du mich nicht wolltest … Wie würde ich enden?“ fragt sie und blickt nervös auf ihre verknoteten Finger. Sie erschaudert, als würde ein Windzug durch den Raum wehen. „Dir wehzutun, ist das Letzte, was ich will, Christian. Ich liebe dich“, flüstert sie und blickt zu mir auf. Ich kann immer noch nicht begreifen, warum sie mich liebt. Ich bin es nicht wert. Ihre Finger wandern zu meinen Schläfen und ihre Berührung ist himmlisch. Ich schließe meine Augen und erwische mich dabei, wie ich mich in ihre Berührung lehne. Ich lege das letzte Spielzeug in die Schublade zurück und schließe sie.  Alles, was ich will, ist mein Mädchen zu halten und ihre Gegenwart zu spüren. Meine Arme sind um ihre Taille geschlungen, ziehe sie eng an mich.

„Sind wir mit unserer Lehrstunde fertig?“ frage ich mit leiser, lüsterner Stimme.

„Wieso? Was hattest du denn vor?“ fragt sie. Als ich mich herabbeuge und sie sanft küsse, verschmilzt sie ihre Lippen mit meinen zu einem Kuss, vergeltet ihn, während sie sich fest an meinen Armen festhält.

„Baby, du wurdest heute fast angegriffen. Ich will wissen, dass es dir gut geht“, sage ich, als die Besorgnis und die Entrüstung meine Stimme schnürt.

Sie zuckt mit den Achseln. „So? Das war keine große Sache.“ Ich trete einen Schritt zurück, um sie anzusehen.

„Was meinst du?“ zische ich wütend.

„Es geht mir gut, Christian“, sagt sie völlig unbeeindruckt. Ich halte sie noch fester, drücke sie gegen meine Brust. „Wenn ich nur daran denke, was alles hätte passieren können.“ Ich würge … ich hätte diese Nacht nicht überstanden. Ich hätte dieses Arschloch umgebracht! Ich versuche Anastasia zu berühren, zu riechen und zu schmecken. Ich sauge ihren Duft ein und küsse ihr Haar, während ich sie fest an mich presse. 

„Christian, wann begreifst du endlich, dass ich viel stärker bin, als ich aussehe?“ flüstert sie gegen meinen Hals.

„Ich weiß, dass du eine starke Frau bist“, flüstere ich. Aber das reicht mir nicht, um mich sicher zu fühlen. Heute Nacht möchte ich meinen Dämonen nicht nachgeben. Erneut küsse ich ihr Haar und löse meine Arme von ihr. Anastasias kurze Aufmerksamkeitsspanne und ihre neugierige Art, lassen sie nach einem weiteren Spielzeug greifen. Sie hebt es hoch und blickt es neugierig an.

Das ist ein weiteres Gerät, dass vollste Kontrolle verspricht und welches ich jetzt gerne mit ihr ausprobieren würde. „Das ist eine Spreizstange mit Hand- und Fußfesseln“, murmele ich, während sich mein Blick vor Lust verdunkelt.

„Und wie funktioniert sie?“ fragt sie mit leuchtenden Augen und bittet quasi um eine Demonstration.

„Soll ich es dir zeigen?“ flüstere ich und danke Gott für diese stets neugierige Frau. Ich schließe meine Augen, als kurzen Bittgesuch. Mit einer einfachen Frage raubt sie mir den Atem und weckt meinen Sexgott wie niemand sonst.

„Ja, ich hätte gern eine Demonstration. Ich lasse mich gern fesseln“, flüstert sie schüchtern und ich explodiere beinahe. Einatmen, ausatmen.

Aber mein Verlangen ist nur kurzlebig, da dieser Raum mit negativen Gedanken verbunden ist. Ich kann sie hier nicht haben. Die Erinnerung, wie sie mich in diesem Raum verlassen hat, ist zu frisch.

„Oh, Ana. Nicht hier drin“, sage ich mit gequälter Stimme.


„Warum nicht?“

„Weil ich dich in meinen Bett will und nicht in diesem Raum. Komm“, sage ich, nehme die Spreizstange aus ihrer Hand und führe sie aus dem Raum. Hier hat sie mich mit meinem Herz und meiner Seele allein gelassen. Ich verschließe den Schmerz und die quälende Erinnerung im Spielzimmer und werde mich ein anderes Mal damit auseinandersetzen müssen.



*****
Fire and Ice

Some say the world will end in fire,
Some say in ice.
From what I've tasted of desire
I hold with those who favor fire.
But if it had to perish twice,
I think I know enough of hate
To say that for destruction ice
Is also great
And would suffice.

Robert Frost




6 comments:

Anonymous said...

Hi,
ich weiß...ich wiederhole mich...aber ich kann nichts dafür!
Ein tolles Kapitel....ich bin immernoch völlig überwältigt das du dir immer die Arbeit mit dem Übersetzen machst.
Danke dafür*Blümchen rüberreich*
Ich freu mich wenn es weiter geht
Gruß

herbert hein said...

Hallo, vielen Dank zunächst auch von mir für die viele Arbeit mit den Übersetzungen.

Leider bekomme ich das Kapitel 16 nicht geöffnet. Der Link öffnet immer nur das Kapitel 17. Ich vermute mal einen Programierfehler ?

Anonymous said...

Ich danke dir für deine super tollen übersetzungen ich genisse jede einzelen, und hoffe das du alle vier bücher übersetzten wirst.

hast du bestimmte up date tage oder so, oh ich freu mich so auf das next kapitel ich warte gespannt darauf.

lg sabrina

Janine Heistmann said...

Hallo,

vielen Dank für eure lieben Worte.
Mir macht das Übersetzen noch immer viel Freude, und durch eure Kommentare natürlich noch mehr..

Lieber Herbert Hein, probier doch mal die Leiste ganz oben aus, wo die vielen verschiedenen Sprachen alle aufgelistet sind. Bei Deutsch 2 funktioniert der Link für Kapitel 16 richtig.

Liebe Sabrina, ich habe vor, alle Bücher zu übersetzen. Die nächsten Kapitel (Christians Absturz mit Charlie Tango) und vor allem Buch 3 und 4 werden sehr spannend, da sie viel neues enthalten, wie z.B. die Flitterwochen und die Zeit, in der Ana schwanger ist.
Ich habe keine bestimmten Update Tage. Ich übersetze immer nach Lust und Laune, mal mehr mal weniger.
Dennoch könnt ihr euch auf ein neues Kapitel demnächst freuen. Eminé braucht es nur noch hochzuladen.

Liebe Grüße Janine

PS: Wer von euch hat Eminé Version denn schon auf Englisch gelesen und für wen ist es ganz neu?

Anonymous said...

HM.. also ich habe versucht es zu lesen habe aber so das ein oder andere problem da mein englisch nicht so mega gut ist, ich versuche es dennochimmer mal wieder ein stück zu lesen, muss aber ganz ehlich sagen ich bin immer sehr froh wenn ein neues von dir kommt.

ich muss sagen das ich von dem was ich bisher in englisch gelesen habe sehr begeistert bin.
wie z.b. das treffen von christian und elena in der bar als er von der schwangerschaft erfahren hat.

lg sabrina

Anonymous said...

Hi Janine,
auf das nächste Kapitel, der Ansturz von Charlie Tango freu ich mich besonders.....*total gespannt auf dem Sofa sitzen*
Hab mich immer beim Lesen der Bücher gefragt wie das sein könnte aus Christians Sicht.
Ich freu mich das du vor hast alles zu übersetzten....denn mein Englisch ist Grottenschlecht....da brauch ich auf Englisch gar nicht anfangen zu lesen.Deshalb ist es so klasse das du alles übersetzten willst.
Ich freu mich.
Blümchen zu dir rüberreich
Gruß